ARBEITSKREIS ASTRONOMIE HANDELOH e.V.

Astrofotografie Jörg Weiskopf 

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von Jörg Weiskopf

Chemische Fotografie

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass die Zeit der chemischen Fotografie schwierig zu Händeln war, im Vergleich zum heutigen, digitalen Zeitalter. Die Fokussierung auf den lichtschwachen Mattscheiben der Spiegelreflex erforderte Übung und Geduld. War kein ausreichend heller Stern im Gesichtsfeld, musste vorsichtige geschwenkt werden um einen solchen einzufangen. Ohne „GoTo“ wurde ggf. Mittels Sternenkarte und Starhopping am Himmel navigiert, um das gesuchte Objekt zu finden. Das Korn der Filmschicht oder aber der Schwarzschildeffekt, machten die Wahl des Filmes zu einer kleinen Kunst. Die Angabe der Lichtempfindlichkeit in ASA war leider nicht konstant, sie war eine Funktion der Zeit und galt nur für Belichtungszeiten von bis zu maximal 60 Sekunden. Da man ein Einzelbild fertigte mit Zeiten von bis zu einer Stunde, konnte so ein langsamerer Film mit günstigem Schwarzschildexponenten, nach einiger Zeit einen scheinbar besseren überholen und abhängen. Das Ergebnis der Mühen lag erst nach etlichen Tagen vor, wenn der Film aus dem Labor kam. Dort wurde auch oft der Abzug falsch belichtet oder die Farb-Balance stimmte nicht. Trotzdem gelangen auch zu dieser Zeit Aufnahmen ohne Hightech, wie die damals gebräuchlichen Tiefkühlkameras (erzeugten günstigeres Schwarzschild-Verhalten).

Hale-Bopp Schütze Skorpion
Hale-Bopp mit chemischer Fotografie Schütze Skorpion mit chemischer Fotografie

 

Digitale Astrofotografie

Celestron_11Mit modernen DSLR oder Astro-CCD-Kameras ist vieles leichtes. Mit Liveview und Zoombetrachtung der Beugungsbilder der Sterne, ist schnell vor dem Entstehens des Bild sicher, das der Fokus gefunden ist. Die Ergebnisse liegen sofort vor und können beurteilt werden. So wird kaum noch Ausschuss produziert. Die Astroccd werden fortlaufend gekühlt auf bis zu 30° unter Umgebungstemperatur. Dadurch ist das Rauschverhalten extrem gut, man kann jedoch nicht ohne PC fotografieren. Die DSLR kommen ohne PC aus, sollten jedoch wenn es richtig gut werden soll, astro -modifiziert werden. Dabei wird der IR-Sperrfilter ausgebaut und/oder durch einen speziellen Filter ersetzt, der auch die wichtigen hAlpha- Wellenlängen des Lichtes passieren lässt (Strahlungskomponente vieler Nebel). Es werden Einzelbilder im Minutenbereich gemacht, die durch Freewareprogramme addiert werden (z. Bsp. „DeepskyStacker2 oder „Fitswork“). Dabei erzielt man eine große Zunahme der Bildinformationen. In Programmen wie Photoshop bekommen die Bilder dann den letzten Schliff. Ein Vergleich von verschiedenen Rohbildern mit den Endresultaten, liefert den eindrucksvollen Verlauf, in der digitalen Entwicklung des Bildes. Mit Darkframes und Flatfieldbildern wird das Endergebnis weiter verbessert. Sehr angenehm ist es, auf günstige Öffnungsverhältnisse zurückgreifen zu können, wie sie zum Beispiel das Hyperstar-System von Celestron liefert. Der große Vorteil, ein Telekop steht mit verschiedenen Brennweite zur Verfügung und kann so sowohl großflächige als auch kleine Objekte abbilden. Bei F/2 sind die Belichtungszeiten so kurz, dass die Nachführung fast nicht mehr nötig wird. Bei Belichtungszeiten von 30-60 Sekunden je Einzelbild entstehen zum Schluss dennoch beeindruckende Resultate. Zwei Beispiele sind die Bilder vom Cirrus-Nebel und dem Kugelsternhaufen M13.

Fokal-Aufnahmen
Die Standardbrennweite des C11 wird zur Fotografie genutzt, wenn die Kamera die Brennweite des Gesamtsystems nutzt. Bei M1 / M27 und dem Kokon-Nebel war dies der Fall. Die Brennweite betrug 2.800mm Brennweite. Dies stellt sehr hohe Anforderungen an die Einnordung der Montierung und der Nachführung. Der Bildausschnitt ist sehr klein, dafür ist der Vergrößerungsfaktor hoch, welches für kleinere Objekte prädestiniert ist. Nachteilig wirkt sich die schwache Lichtstärke aus, die nur durch längere Belichtungszeiten je Einzelbild kompensiert werden kann. Das Nachführproblem Und die Erwärmung der Kamera setzt dem dann Grenzen. Das Bild von M51 entstand mit einem Fokal-Reducer bei 1.780mm Brennweite. Dies verbessert die Lichtstärke. Das Photo zeigt das C11 in visuelle Verwendung mit Zenitspiegel und Okulkar. An deren Stelle wird die Kamera in den Okularauszug postiert.

Kokon Nebel öffnen... M1 Krebsnebel öffnen... M27 Hantelnebel öffnen... M51 Whirlpool-Galaxie öffnen...

Hyperstar
Das Hyperstar-System von Celestron besteht aus einem mehr-linsigem Korrektor für die Schmidt-Cassegrain-Teleskope, der die Bildfehler des Hauptspiegels ausgleicht und an Stelle des Sekundärsiegels in die Front der Schmidtplatte verschraubt wird. Der Wechselvorgang ist Minutensache. Die Kollimation des Systems geht auf Grund des Aufbaues nicht verloren. Mit einer Brennweite von nun 560mm steht ein großes Gesichtsfeld für Objekte größeren, scheinbaren Durchmessers zur Verfügung, da nun nur die Brennweite des Primärspiegels verwandt wird. Die größten Vorteile:
1. ein Teleskop steht mit verschiedenen Brennweiten zur Verfügung
2. enorme Lichtstärke von f/2
3. Verwendung von Schmalbandfiltern zur Abbildung der Hubblepalette daher möglich oder aber Breitbandfilter zur Kontraststeigerung von Nebeln gut einsetzbar
4. unproblematische guiding-Anforderungen
Zum Aufbau des Teleskops folgende Link: http://www.youtube.com/watch?v=qkVQ2Bytk_0

M31 Andromeda Galaxie öffnen... NGC 6992 Cirrus-Nebel öffnen... M42 Orionnebel öffnen... NGC7000 öffnen...
Pferdekopfnebel öffnen... M13 Hyperstar öffnen...

© Arbeitskreis Astronomie Handeloh e.V.
Stand: 18. Januar 2015